Compliance als Instrument strategischer Unternehmensführung
„Vertrauen ist der Anfang von allem.“ Die Crux an dieser an sich zutreffenden, markanten Werbebotschaft: Heutzutage bringen Ihnen weder Ihre Kunden, noch Ihre Dienstleister, Geschäftspartner, Stakeholder oder gar die viel zitierte Öffentlichkeit dieses grundlegende Vertrauen einfach so entgegen. Ein Unternehmen muss daher heute wie bei Solvency II permanent nachweisen können, dass es sich an bestimmte Normen und Gesetze hält und dieses Vertrauen verdient. Das ist die Geburtsstunde der „Compliance“.
Ursprünglich wurde unter diesem angelsächsischen Begriff lediglich die per se selbstverständliche allgemeine Rechtstreue gefasst, also die Einhaltung und Befolgung aller gesetzlichen Vorgaben durch ein Unternehmen, seine Organe und Mitarbeiter. In der Praxis hat sich allerdings längst eine wesentlich differenziertere Betrachtung eingebürgert.
Compliance ist mehr: Compliance löst nicht das einzelne Rechtsproblem und Compliance sucht nicht gezielt nach potentiellen Verstößen. Compliance betrachtet die Prozesskette und definiert, wie interne Vorgaben der Corporate Governance und extern vorgegebene Rechtsvorschriften in der Praxis eingeführt und umgesetzt werden können.
Üblicherweise wird zumindest zwischen der funktionalen, organisatorischen und präventiven Compliance unterschieden. Darüber hinaus wird oft auch z.B. von vertrieblicher, kundenbezogener, kapitalmarktrechtlicher, kartellrechtlicher Compliance gesprochen.
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